Kontroverse Wehrdienst: DFV diskutiert ergebnisoffen E-Mail

logodfvBerlin – Weit mehr als 300 Führungskräfte und Bundestagsabgeordnete haben am 5. Berliner Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes (DFV) teilgenommen – darunter CDU/CSU-Fraktionschef Volker Kauder, der Parlamentarische Staatssekretär Hermann Kues aus dem Bundesfamilienministerium, SPD-Generalsekretärin Andrea Nahles, der AK-V-Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Peer Rechenbach, sowie der Unternehmer Hans Heinrich Driftmann, der auch Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages ist.

Zentrales Thema war die Zukunft der Wehrpflicht: Niedersachsens Innenminister Uwe Schünemann stellte seine Überlegungen zu einem Heimatschutzdienst vor und sorgte damit für reichlich Gesprächsstoff in der Regierungswache der Berliner Feuerwehr.„Im Zivil- und Katastrophenschutz haben wir eine immer größere Herausforderung bei immer weniger Menschen", begründete Schünemann seinen Vorstoß. Zu seinem Konzept sagte er: „Es ist eine hervorragende Chance und eine Antwort auf die demographische Entwicklung." Sein Konzept biete die Möglichkeit, sehr schnell gut ausgebildete Kräfte heranziehen zu können. Er wolle außerdem die Wehrgerechtigkeit verbessern und die Motivation junger Menschen verbessern.

DFV-Präsident Hans-Peter Kröger stellte nach der Rede Schünemanns angesichts der offensichtlichen Diskussionen bei den Gästen des Parlamentarischen Abends fest: „Sie haben hier sicher auch kritische Zuhörer gehabt. Wir werden die Sache ergebnisoffen diskutieren."

In seiner Rede rief Kröger ebenso wie Schünemann anlässlich des erst kurz zurückliegenden neunten Jahrestages die Terroranschläge vom 11. September in Erinnerung: „Damals hat sich die Welt verändert." Berlins Landesbranddirektor Wilfried Gräfling, Gastgeber des DFV in der Feuerwache Tiergarten, wies in der Wehrpflichtdebatte auf die Vorwendezeiten hin: „Auch in der Zeit, in der es in Berlin keine Wehrpflicht gab, hat es hier ein funktionierendes Katastrophenschutzsystem gegeben." Der Schlüssel für ein funktionierendes ehrenamtliches Feuerwehrsystem liege in der Jugendarbeit. „Wer keine Jugendfeuerwehr hat, der wird Probleme bekommen mit der aktiven Wehr", betonte der Chef der Berliner Feuerwehr.

Der Parlamentarische Abend des Deutschen Feuerwehrverbandes hat bei seiner fünften Auflage weiter an Zuspruch gewonnen. Die Teilnehmerzahl konnte gegenüber dem Ansturm im Wahljahr 2009 nochmals deutlich gesteigert werden. Auch die Anzahl der persönlich oder durch ihre Mitarbeiter vertretenen Bundestagsabgeordneten nahm weiter zu.

Der Berliner Abend ist eine Gesprächsplattform für alle Bereiche des Verbandes – von den Freiwilligen Feuerwehren über die Berufs-, Werk- und Bundeswehrfeuerwehren bis hin zu den Jugendfeuerwehren – mit Entscheidungsträgern aus Politik, Verwaltung und weiteren Institutionen. Er wird durchgeführt mit freundlicher Unterstützung der Daimler AG und von T-Mobile (Feuerwehr-Rahmenvertrag unter www.feuerwehrverband.de/service).

Viele Feuerwehr-Führungskräfte und Bundestagsabgeordnete nutzten die Möglichkeit, sich am Rande ihrer Gespräche auch gemeinsam für die regionale Pressearbeit fotografieren zu lassen. Eine umfangreiche Bildergalerie des 5. Berliner Abends ist auf der Webpräsenz des DFV ebenfalls verfügbar.

Quelle: DFV-Pressemitteilung 87/2010
 

Kommentar schreiben


Sicherheitscode
Aktualisieren