Bundeskongress von DFV und DJF fasst Erfahrungen, Chancen und Perspektiven für Kinder zusammen E-Mail

logodfvBerlin - Am vergangenen Wochenende fand der zweitägige gemeinsame Fachkongress vom Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und Deutscher Jugendfeuerwehr (DJF) zum Thema Kinder in der Feuerwehr statt.

 

Sie heißen Kinderfeuerwehren, Bambinis, Löschzwerge, Minis oder Kidsfeuerwehren. In Deutschland gibt es fast 12.000 Kinder unter zehn Jahren in der Feuerwehr und mehr als 1.000 Gruppen (Stand April 2010). Doch einheitliche Regelungen gibt es bislang nicht.
Mehr als einhundert Vertreter aus den Landesfeuerwehrverbänden informierten sich und brachten Erfahrungen aus ihrer Arbeit in die Diskussion ein. Neben rechtlichen Rahmenbedingungen und versicherungsrechtlichen Fragen wurden Themen wie Räume, Inhalte, Bekleidung und pädagogische Voraussetzungen erörtert.

„Es gibt Herausforderungen, denen wir uns stellen müssen, wenn wir Kinder in der Feuerwehr haben wollen. Ich stehe nicht nur auf der Seite derer, die das wollen. Ich stehe auf der Seite derer, die sagen, das muss sein“, sagte DFV-Präsident Hans-Peter Kröger zum Beginn der Tagung. „ Das ist reine Selbsterhaltung des Systems. Wir müssen lernen uns zu kratzen, bevor es richtig juckt. Und es wird jucken: Wir als Verbände sind aufgefordert, der Zeit voraus zu denken. Wir müssen sagen: Kommt zu uns!“

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, um über die Zukunft von Kindern in der Feuerwehr zu diskutieren", ergänzt Johann Peter Schäfer, Bundesjugendleiter der Deutschen Jugendfeuerwehr. „Ich bin froh, dass so viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Berlin gekommen sind und Impulse gebracht haben. Wir wissen nun, wo Bedarfe sind und wo wir als Deutsche Jugendfeuerwehr Angebote machen müssen. Denn ohne zu wissen, wo die Bedürfnisse liegen, ist es reiner Aktionismus.“

Aus der Tagung sind einige Kernforderungen an die Deutsche Jugendfeuerwehr und den Deutschen Feuerwehrverband formuliert worden:
•    Es braucht regelmäßigen Austausch zwischen den Erfahrungsträgern und den Erfahrungssuchenden. Es braucht Aus- und Fortbildungsangebote.
•    Es wird ein fester Ansprechpartner auf Bundesebene verlangt, der mit Rat und Tat zur Seite steht. Dabei wurde auch die Forderung nach einem eigenen Fachausschuss Kinderfeuerwehr formuliert.
•    Handwerkszeug und Ideen sollen in Form einer virtuellen Plattform bereitgestellt werden. Probleme und Lösungen könnten in Foren diskutiert werden.

Die Deutsche Jugendfeuerwehr hat bereits für einige der Forderungen konkrete Angebote zu machen, andere werden in den Gremien bewegt werden.
„Wir wollen einen bundesweiten Lehrgang für ‚Kinderfeuerwehrwarte’ in Form eines Pilotprojektes ins Leben rufen“, kündigt Johann Peter Schäfer an. „Der Termin ist dabei noch offen, die Form ebenso. Aber wir wollen die Ideen und Anregungen dieses erfolgreichen Kongresses aufnehmen und weitertragen.“

Derzeit ist das Thema Kinder in der Feuerwehr im Fachausschuss Bildung angesiedelt, der den Kongress vorbereitet hat. Deren Vorsitzender, Marcus Moser, sagte abschließend zu den nächsten Schritten:
"Der Föderalismus führt zu vielfältigen Modellen und damit auch zu unterschiedlichen Erfahrungen und Fortschritten. Aus dieser Vielfalt heraus wollen wir die besten Ideen und Lösungen zusammentragen und für die Praxis vor Ort bereitstellen. Daher wird die Deutsche Jugendfeuerwehr mit einem ausführlichen Arbeitsheft Beispiele und Hinweise aus der praktischen Arbeit sowie theoretische Grundlagen zusammenfassen und diese für die Kameradinnen und Kameraden in den Feuerwehren aufbereiten. Wir wollen auch den Wunsch nach einer virtuellen Ideenschmiede und Infothek aufnehmen und diese baldmöglichst auf www.jugendfeuerwehr.de realisieren.“

Quelle: Presseinformation Deutscher Feuerwehrverband
 

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