Feuerwehr fordert Warnmöglichkeit bei Katastrophen E-Mail
logodfvResolution der Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes

Kirkel – „Eine Weck- und Warnmöglichkeit für die Bevölkerung muss jetzt flächendeckend eingeführt werden!": Die 58. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes fordert Bund, Länder und Kommunen in einer Resolution auf, konkrete Schritte zur Etablierung eines solchen Systems im direkten Lebensumfeld der Menschen zu vollziehen. Die Kernpunkte der im saarländischen Kirkel-Neuhäusel verabschiedeten Resolution:

Ein Weckeffekt mit einer eindeutigen Handlungsanweisung muss in Gebäuden ebenso wie im Freien erreicht werden. Bei der Auswahl der Endgeräte müssen die örtlichen Gegebenheiten und Gefahrenlagen Berücksichtigung finden.
Aufgrund des Doppelnutzens ist eine flächendeckende Ausstattung von Wohnhäusern mit Rauchwarnmeldern mit Weckeffekt erstrebenswert. Durch diesen Doppelnutzen wird auch eine hohe Akzeptanz für den verpflichtenden Einbau in Wohnungen erreicht. In vielen gewerblichen Objekten sind Brandmeldeanlagen vorhanden, die ebenfalls einzubinden sind.
Dort, wo besondere Risiken wie die Gefahr von Chemieunfällen oder Hochwasser bestehen, bietet sich die Installation oder die Nutzung von gemäß Bundesimmissionsschutzgesetz beziehungsweise Seveso-II-Richtlinie vorhandenen Sirenen an, um die dort besonders wichtige Warnung im Freien zu gewährleisten.
Neue Techniken, beispielsweise SMS- oder Paging-Dienste, Funkwecker, Navigationssysteme und soziale Medien, müssen für die Warnung der Bevölkerung zusätzlich systematisch erschlossen werden.

Die 58. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes stellte zuvor fest, dass derzeit in Deutschland weder eine flächendeckende Warnmöglichkeit für die Bevölkerung noch ein Signal, das auch einen Weckeffekt beinhaltet, vorhanden sind.

Der Hintergrund:

Mit Ende des Kalten Krieges verlor das bis dahin in der Bundesrepublik vorgehaltene flächendeckende Sirenennetz seine Bedeutung. Mobiltelefone, das Internet und viele intelligente Elektroanwendungen haben in der jüngeren Vergangenheit das Leben verändert. Die Menschen sind mit diesen Techniken mittlerweile vertraut und nutzen sie sehr individuell.

Rauchwarnmelder in Privathaushalten konnten bisher in neun Bundesländern gesetzlich verankert werden. Der Deutsche Feuerwehrverband hat sich in seinem Strategieprogramm „DFV 2020" nachdrücklich dafür ausgesprochen, dass Rauchwarnmelder mit funkgesteuerter Weckfunktion flächendeckend etabliert werden.

Der Bund hat beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe die Warnschnittstelle SatWas geschaffen. Über sie ist die Information der Bevölkerung über unterschiedliche Medien wie Radio, Mobiltelefon, Rauchwarnmelder und Sirene möglich, um auf Gefahrenlagen hinzuweisen. Eine Verknüpfung von SatWas mit unterschiedlichen Endgeräten ist aber bis heute flächendeckend nicht realisiert.

Die Resolution der 58. Delegiertenversammlung des Deutschen Feuerwehrverbandes wird online unter www.feuerwehrverband.de/resolution-warnung-der-bevoelkerung.html zum Download zur Verfügung gestellt werden.

Quelle: Presseinformation Deutscher Feuerwehrverband
 

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