Jugendfeuerwehr Schwanewede fährt zur Sommerfreizeit nach Schwandorf in die Oberpfalz E-Mail
Geschrieben von: Andreas Jannusch   
20120808-ohz-jfschwanewede-zeltlager-02-thumbSchwanewede/Schwandorf. Neun erlebnisreiche Tage verbrachten die Mitglieder der Jugendfeuerwehr Schwanewede bei ihrer diesjährigen Sommerfreizeit in Schwandorf in der Oberpfalz. Der Kontakt für diese Freizeitmaßnahme kam über unseren ehemaligen Betreuer Harm Dreyer zustande so dass 29 Mitglieder und Betreuer am 28. Juli die Reise nach Bayern antraten.

Nach 6 ½ Stunden Bahnfahrt hieß es erst einmal auf dem Gelände der dortigen Wasserwacht direkt an der Naab die Zelte aufbauen und die Schlafplätze einrichten. Nachdem die Zelte standen und alles verstaut war wurden wir durch den Stadtbrand- Inspektor Rudi Furtwengler, dem Kommandanten Christian Schwendner und dem Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr Schwandorf Andreas Hohler  aufs herzlichste begrüßt. Im Anschluss ging es dann direkt auf das laufende Sommerfest der Feuerwehr Schwandorf, das mit rund 1.000 Besuchern sehr gut von der dortigen Bevölkerung angenommen wurde.

Die erste Nacht auf dem Zeltlager war standesgemäß sehr unruhig, weil das erlebte des Tages verarbeitet werden musste und das Schlafen in den Gruppenzelten schließlich auch etwas Besonderes ist. Am nächsten Morgen hieß es dann halbwegs ausschlafen und Frühstück unter freiem Himmel, was dann auch täglich die gemacht wurde. In der Freizeit danach wurde  die Stadt erkundet, da rund um den Jacobi-Markt auch die Geschäfte in der Stadt  geöffnet hatten. Am Nachmittag gab es eine Führung durch das Feuerwehrhaus und die Jugendlichen konnten sich ein näheres Bild über die vorhandene Technik machen. Am Abend wurde dann das erste Mal das Lagerfeuer entzündet, was dann bis zum letzten Tag ein tägliches Ritual wurde. Auch Stockbrot wurde über dem Lagerfeuer gebacken, was eine gewisse Romantik vermittelt.

20120808-ohz-jfschwanewede-zeltlager-01-thumbAm Montag stand dann das erste Highlight auf dem Programm, es nach dem Frühstück zur Kartbahn nach Wackersdorf, eine der größten Kartbahnen in Deutschland. Auf dieser Kartbahn, die im Außenbereich eine Streckenlänge von rund 1,3 Kilometern hat, kommt der siebenmalige Formel 1 Weltmeister Michael Schumacher 1-2 Mal im Jahr vorbei um seine Runden dort zu drehen. Bedingt dadurch dass wir auch jüngere Teilnehmer hatten sind wir auf die Indoor-Bahn gegangen, die mit einer Streckenlänge von rund 650 Metern auch noch sehr anspruchsvoll war. Aufgeteilt in 3 Gruppen konnte jede Gruppe 20 Minuten ihre Runden drehen. Da jede Gruppe nach ihrem Stint eine detaillierte Auswertung der Rundenzeiten erhielt konnten wir auch einen Gesamtsieger ermitteln. Im Anschluss ging es dann auf die Minigolfanlage nach Irlaching. Hier konnten die Jugendlichen und Betreuer ihr Geschick im Umgang mit Schläger und Ball beweisen und nach einem zünftigen Mittagessen zurück ins Lager. Die freie Zeit wurde ausgiebig genutzt um ein erfrischendes Bad in der Naab zu nehmen. Am Abend ging es dann unter die Stadt zu einer Führung in den Felsenkellern. Die Geschichte dieser Kellerräume geht bis in des 15. Jahrhundert zurück. Da sich in den Kellern konstante Temperaturen zwischen 6 und 8 Grad Celsius herrschen wurden, nutzen die Schwandorfer Handwerker die Räume zum kühlen des frisch gebrauten Bieres. Das heutzutage bestehende Labyrinth ist 3 Spitzbuben zu verdanken die die einzelnen Räume miteinander verbunden haben. Kurz vor Ende des 2. Weltkrieges dienten die Felsenkeller rund 6.000 Menschen als Schutz vor den Luftangriffen der Alliierten, denn in der Nacht zum 17. April wurde Schwandorf bei einem Luftangriff innerhalb von 15 Minuten  größtenteils zerstört.

Am nächsten Tag mussten dann auch wieder Runden gedreht werden, nur diesmal bestand der Untergrund aus Wasser und selbiges musste mit Skiern befahren werden. An der Wasserskianlage in Steinberg am See drehten wir unsere Runden, der eine mehr der andere weniger, trotzdem machte dieses Event allen Teilnehmern Riesenspaß. Zur Erholung ging es danach noch an den Strand um die angespannten Muskeln zu lockern. Am Abend gab es dann das nächste Highlight, der Stadtrat Ferdi Eraslan hat uns einen kompletten Dönerspieß zur Verfügung gestellt und ließ es sich auch nicht nehmen für jeden Teilnehmer und einigen Mitgliedern der Feuerwehr Schwandorf die Döner selbst zuzubereiten. Sein Bestreben ist es engagierten Jugendorganisationen wie der Jugendfeuerwehr durch solche Aktionen seinen Dank auszudrücken.

Nach einem Ruhetag ging es dann am Donnerstagmorgen ins Freibad. Ausgiebig wurden alle Rutschen getestet, das Solebad zur Entspannung genutzt und das Beachvolleyfeld belagert. Am Abend wurde es dann für 13 Jungen und Mädchen ernst. Als erste Jugendfeuerwehr des Landkreises Osterholz traten sie zur Abnahme des bayrischen Leistungsabzeichens an. Es galt 10 praktische Übungselemente zu absolvieren und im Anschluss noch ein theoretischer Test mit 10 Fragen zu beantworten. Dank der guten Vorbereitung durch Rudi Furtwengler konnten alle zur Prüfung angetretenen Jugendlichen die Auszeichnung in Empfang nehmen.

Am vorletzten Tag wurde dann nochmal richtig Fahrt aufgenommen, es zum  Monte Kaolino nach Hirschau. Einem 150 hohen Abraumberg der zum Erholungsgebiet umfunktioniert wurde. Auf selbigen wurde auch eine Sommerrodelbahn installiert und nun von uns ausgiebig getestet. Unser Fazit: nach einer 250 langen Auffahrt auf die 150 Meter gab es Adrenalin pur,  45 Grad Steilkurven, Wellen und Kreisel machen die Rodelbahn und die 1.000 Meter lange Abfahrt zu einem echten Erlebnis.

20120808-ohz-jfschwanewede-zeltlager-03-thumbAm letzten Tag folgten wir dann der Einladung der Kreisjugendfeuerwehr Schwandorf zum Kreiszeltlager nach Bruck. Dort nahmen wir am Völkerballturnier und Sautrogrennen teil und lösten unseren Wimpel abends auf der Bühne wieder ein. Erschöpft von dem  Erlebten hieß es dann am Sonntag Koffer packen, Zelte abbauen und die Heimreise anzutreten. Der ein oder andere wäre mit Sicherheit noch gerne ein paar Tage länger geblieben um die entstandenen Freundschaften noch etwas zu pflegen, aber irgendwie freuten sich alle nach 9 erlebnisreichen Tagen auch wieder auf das eigene Bett.

Text Andreas Jannusch, Fotos: Jugendfeuerwehr Schwanewede