Der Winter steht vor der Tür: Feuerwehr probt die Eisrettung E-Mail
News - 2011

2011_10_10_zusatzdienst_eisrettung_001_thumbAm 10.10.2011 beschäftigte sich die Ortsfeuerwehr Lilienthal/Falkenberg im Rahmen eines Zusatzdienstes mit einem Thema, welches nicht zum Alltagsgeschäft der Feuerwehren gehört, aber aufgrund des nun bevorstehenden Winters durchaus in den Fokus rücken könnte:

Die Eisrettung.

Gerade in der heutigen Zeit, wo die Winter nicht mehr so streng sind wie früher, muss häufiger mit den Gefahren durch nicht ausreichend tragfähiges Eis gerechnet werden. Die Geduld der Menschen (nicht nur der Kinder) reicht oft nicht aus, um solange zu warten, bis die Eisfläche sicher begehbar ist.

Die Gefahren einer nicht tragfähigen Eisdecke werden oftmals unterschätzt. Eine geschlossene, tragende Eisfläche benötigt Zeit. Die Witterungsbedingungen, die dazu notwendig sind, sind aber oft nicht stabil genug, um die notwendige Sicherheit zu gewährleisten. Die Folge ist, dass sich die Menschen zu früh auf die Eisfläche wagen und dadurch die grundlegenden Sicherheitsregeln nicht beachten. Das Eis bricht und es entstehen sehr kritische Situationen für die ins eisige Wasser fallenden Menschen.

Bei einem Eisunfall kommt es sehr darauf an, den Verunfallten so schnell wie möglich aus der eisigen Kälte zu befreien und entsprechende Rettungsmaßnahmen zu ergreifen. Meistens ist hier die örtliche Feuerwehr, zusammen mit dem Rettungsdienst, gefordert solch kritische Situationen zu bewerkstelligen. Um hierfür entsprechend gerüstet zu sein, sollte sich die Feuerwehr im Vorfeld so gut es geht im Rahmen der ihr zur Verfügung stehenden Mitteln auf solche Situationen vorbereiten.

Sven Plate stellte im Rahmen eines theoretischen Unterrichts die Grundlagen der Eisrettung vor. Hierbei stand eine Sensibilisierung der Einsatzkräfte beim Vorgehen auf einer Eisfläche im Vordergrund. Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass Einsatzkräfte sich nie ungesichert auf eine Eisfläche begeben sollten. Auf der eigentlichen Eisfläche sollte dann versucht werden, dass man das eigene Körpergewicht auf eine möglichst große Fläche verteilt. Hierfür bietet es sich an, sich liegend unter Zuhilfenahme von einer Steckleiter oder einem Spineboard fortzubewegen.

Weiterhin wurden dann die verschiedenen Rettungsmittel für die Eisrettung vorgestellt. Im Wesentlichen sind hier die Drehleiter, das Schlauchboot sowie zum Vorgehen auf dem Eis das Spineboard, die Korbtrage oder die vierteilige Steckleiter geeignet. Aber auch einfache Hilfsmittel, die auf jedem Löschfahrzeug mitgeführt werden, können für den Ersteinsatz hilfreich sein, wie z.B. die Rollschläuche oder die Feuerwehrleinen. So lässt sich ein doppelt gerollter B- oder C-Schlauch gut auswerfen, ist dabei ziemlich leicht und bildet am Ende eine Schlinge, die oft vom Verunfallten besser gefasst werden kann als eine dünne Leine. Als ein „verlängerter" Arm kann ggf. der Einreißhaken dienen.

In jedem Fall sollte in solch einer Einsatzsituation die Nachalarmierung von Spezialkräften bzw. Tauchern erfolgen.

Zum Schluss des theoretischen Vortrags ging Sven Plate noch aus rettungsdienstlicher Sicht auf die Gefahren einer Unterkühlung (Hypothermie) ein. Hier ist bei einer Eisrettung wichtig, dass der Unterkühlte so wenig wie möglich bewegt werden sollte, da es bei Bewegung zur Umverteilung des kalten Blutes aus der Körperschale in den Körperkern kommt. In Folge dessen kann es zu einem schlagartigen Kreislaufstillstand kommen. Dies bezeichnet man oft auch als Bergetod.

In dem anschließenden praktischen Teil, wurde das Vorgehen mittels einer Steckleiter auf dem Eis in der warmen und trockenen Fahrzeughalle simuliert. Die Vorgehende Einsatzkraft wird dabei mit einer Feuerwehrleine und einem Auffanggurt (oder Feuerwehrsicherheitsgurt) gesichert. Eine zweite Feuerwehrleine wird zur Sicherung der verunfallten Person mitgenommen. Dann werden zwei mit Feuerwehrleinen gesicherten Steckleiterteile auf das Eis gelegt und die vorgehende Einsatzkraft kriecht auf einem Leiterteil bis zur Spitze und zieht das andere Leiterteil nach. Danach steigt sie auf das zweite Leiterteil und zieht das erste Leiterteil bis zur Spitze nach (Vorgang wiederholt sich...) Die zu rettende Person kann sich an einem Leiterteil festhalten, oder man versucht die Person mit der Feuerwehrleine zu sichern. Sobald die zu rettende Person gesichert ist, werden die Leiterteile zurück gezogen.

Alles in allem bildete der Zusatzdienst einen informativen Einstieg in die Materie und die Teilnehmer waren sich einig, dass es lohnenswert ist, dieses Thema in einer weiteren (im Winter gelegenen) Veranstaltung in der Praxis zu vertiefen.

Quelle: www.feuerwehr-lilienthal.de
 

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