Großartiger Erfahrungsaustausch für den Einsatz von Drehleitern in Lilienthal E-Mail
News - 2010
20101002_Erfa1_thumbAm 02.10.2010 trafen sich erstmals alle Drehleiter-Feuerwehren im Landkreis Osterholz zu einem gemeinsamen Erfahrungstaustausch in Lilienthal. Es nahmen insgesamt 33 Personen aus den Ortsfeuerwehren Osterholz-Scharmbeck, Worpswede und Lilienthal/Falkenberg an der Fortbildungsveranstaltung teil. Ebenfalls anwesend war der Gemeindebrandmeister aus Worpswede, Axel Elster, sowie der Gemeindebrandmeister aus Lilienthal, Heino Meyer.

Eröffnet wurde die Veranstaltung gegen 09:00 Uhr durch Lars van den Hoogen als Initiator und Organisator der Veranstaltung. In seiner Einführung wiederholte er nochmals den Hintergrund der Veranstaltung. Gerade weil es derzeit keine einheitliche Feuewehrwehrdienstvorschrift gibt, welche die Drehleiter-Maschinistenausbildung regelt, ist es als Freiwillige Feuerwehr sehr wichtig ein Ausbildungskonzept zu entwickeln, was eine fortwährende Qualität der Ausbildung sichert. Hier sei es sehr nützlich, wenn man sich untereinander austauschen kann und auch voneinander lernen kann.

rechtliche Grundlagen der Drehleiterausbildung

20101002_Erfa2_thumbJan Ole Unger, Fachberater Aus- und Fortbildung der Ortsfeuerwehr Lilienthal/Falkenberg und Gründer des Ausbildungs- und Informationsportals DREHLEITER.info, beleuchtete dann in einem Vortrag die Notwendigkeit einer fundierten Ausbildung aus rechtlicher Sicht. Hierbei wurde deutlich, dass obwohl es keine zusammenfassende Feuerwehrdienstvorschrift für die Drehleiter-Maschinistenausbildung gibt, eine Reihe anderer Rechtsvorschriften für die Feuerwehren gelten, aus der die Notwendigkeit einer entprechenden Ausbildung abgeleitet werden kann. Beispielsweise regelt die Unfallverhütungsvorschrift GUV-V A1 "Grundsätze der Prävention" ausführliche Maßnahmen zum Gesundheitsschutz, die im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung für die Drehleiter dokumentiert werden muss. Abschließend wurde deutlich, dass es zwar derzeit keine Feuerwehrdienstvorschrift gibt, die den Betrieb von Hubrettungsfahrzeugen regelt, dass aber eine umfangreiche Ausbildung der Besatzungen von Hubrettungsfahrzeugen eine sehr wirksame Form der Unfallverhütung ist und deshalb verbindlich geregelt werden sollte.

praktische Workshops

20101002_Erfa6_thumbNach der Theorie ging es gegen 10:30 Uhr zum Gelände der Ganztagsschule "Auf dem Kamp". Hier standen mit den drei Drehleitern der Ortsfeuerwehren verschiedene Workshops in Kleingruppen auf dem Programm. Im ersten Workshop wurde das Thema Absturzsicherung über Drehleiter, moderiert von Sven Plate, behandelt. Zunächst wurden alle Komponenten des Gerätesatzes Absturzsicherung vorgestellt. Anschließend ging es um eine konkrete Aufgabenstellung: Angenommen war die Lage vom Dach einer Flachdach-Turnhalle Schnee zu räumen. Hierzu sollte der Feuerwehrangehörige im Rahmen seiner auf dem Dach durchzuführenden Arbeiten mit der Absturzsicherung in Verbindung mit der Drehleiter als Festpunkt gesichert werden. Hierbei mussten die Technik der Gerätesatzes Absturzsicherung mit der Drehleiter-Technik in Verbindung gebracht bzw. kombiniert werden. Es wurde deutlich, dass dies einen hohen Kommunikationsaufwand erfordert.

20101002_Erfa5_thumbIn einem zweiten Workshop wurden die Möglichkeiten zur einfachen Personenrettung aus Höhen und Tiefen mittels Drehleiter durch Heinz Friedo von Halle dargestellt. Hierbei wurde sich über die korrekte Handhabung der Krankentragenlagerung in Verbindung mit der Rettungsdiensttrage oder auch mit der Korbtrage der Feuerwehr ausgetauscht. Weiterhin wurde der korrekte Umgang mit dem Auf- und Abseilgerät Rollgliss in Verbindung mit dem Gerätesatz Absturzsicherung als zusätzliche Sicherung demonstriert.

20101002_Erfa3_thumbDer dritte Workshop wurde von Jan Ole Unger moderiert und beschäftige sich mit der Wiederholung der Einsatztaktik im Bereich Drehleiter. Hierzu hat Jan Ole mit seinem Kollegen Niels Beneke gemeinsam die HAUS-Regel entwickelt. Die HAUS-Regel ist eine Standardtaktik für den sicheren Einsatz mit Hubrettungsfahrzeugen . Sie wird bei Menschenrettung, Brandbekämpfung, Anleiterbereitschaft sowie bei der Technischen Hilfeleistung angewendet. Alle wichtigen Handlungen zur schnellen und richtigen Positionierung des Hubrettungsfahrzeuges sind als logische Abfolge zusammengefasst. In der HAUS-Regel sind bereits alle Ortsfeuerwehren im Landkreis geschult worden. Dieses Wissen wurde nun im Workshop aufgefrischt und Neuerungen aus diesem Bereich vorgestellt.

Anleiterbereitschaft

20101002_Erfa7_thumbNach der verdienten Mittagspause wurde dann nochmals im Rahmen eines Vortrags von Jan Ole Unger die Wichtigkeit von Anleiterbereitschaft herausgearbeitet. Anleiterbereitschaft (ALB) ist eine einsatztaktische Maßnahme zur Sicherstellung eines zweiten Rettungs- und Rückzugswegs für im Innenangriff vorgehende Atemschutzgeräteträger, wenn sich Brandstellen in Geschossen oberhalb des Erdgeschosses befinden. Hierzu werden je nach Lage Drehleitern, tragbare Leitern und Sprungerettungsgeräte am betroffenen Objekt so in Stellung gebracht, dass im Bedarfsfall ihre sofortige Nutzung zur Rettung möglich ist. Die Anleiterbereitschaft (ALB) ist ein wichtiger Bestandteil der Einsatzkräfte- und Selbstrettung.

Fazit

In der Abschlußrunde wurde seitens der Teilnehmer diese erstmals durchgeführte Veranstaltung als sehr positiv bewertet. Künftig möchte man diese Veranstaltung mindestens einmal im Jahr durchführen. Auch wurde überlegt eine gemeinsame Ausbildungsunterlage für alle Drehleiter-Feuerwehren einzuführen und gemeinsame Standards zu entwickeln. Dies ist umso wichtiger wenn man im Rahmen des Einsatzgeschehens mit anderen Organisationen und Einheiten zusammenarbeiten muss.

Gruppenfoto: Erstes ErFa-Treffen der Feuerweren mit Dreheliter im Landkreis Osterholz.

Alle Fotos mit freundlicher Genehmigung der Freiwilligen Feuerwehr Lilienthal/Falkenberg
 

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